Die Initiative Sicherer Landkreis Rems-Murr e.V. möchte mit dem Projekt „Kita 2020“ Gewalt- und Werteprävention im Elementarbereich des Rems-Murr-Kreises langfristig und nachhaltig innovativ unterstützen. Hierzu werden Hilfs- und Unterstützungsan¬gebote für fachliche Beratung, Begleitung und Qualifizierung zum Thema Gewaltprävention entwickelt und vor Ort in der Praxis umgesetzt. Wir denken auch an den Aufbau eines kreisweiten Netzwerks, das den Austausch und die Einbeziehung von vorschulischen Einrichtungen und anderer Akteuren im Präventionsbereich fördert.
Der Umgang mit Aggression und Gewalt sowie Gewaltprävention ist eine dauerhafte professionelle als auch zivilgesellschaftliche Aufgabe. Einzelne Gewaltpräventionsprogramme reichen in der Regel nicht aus, denn es bedarf eines guten Umfeldes, das als solches bereits präventive Wirkungen entfalten kann. Im Elementarbereich sollte die Prävention deshalb am pädagogischen Konzept, an der pädagogischen Haltung und bei der Organisationsentwicklung ansetzen.

Das Projekt „Kita 2020“ verknüpft die professionelle Kompetenz mit den vorhandenen Ressourcen und Möglichkeiten vor Ort. Wir gehen davon aus, dass aggressives Verhalten von Kindern eng mit noch nicht entwickelten sprachlichen und sozialen Fähigkeiten zusammenhängt. Kindliche Aggression ist dabei oftmals als Erprobungsverhalten zu verstehen und kann auf Probleme hinweisen, die das Kind hat. In diesem Sinne wirkt eine verstehende pädagogische Haltung in einem allgemeinen Sinne präventiv. Die Förderung prosozialen Verhaltens und die Unterstützung von Konfliktlösekompetenz erweitern kindliche Entwicklungsbereiche. Gewaltprävention umfasst dabei die Verbesserung der sozialen Qualität der Einrichtung, der Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Unterstützung von Eltern im Bereich der Erziehung. Dabei knüpft das Projekt auch an den „Orientierungsplan für Bildung und Erziehung in baden-württembergischen Kindergärten und weiteren Kindergarteneinrichtungen“ an.

Grußwort anlässlich der Schirmherrschaft für die Kickoff-Veranstaltung „Kita 2020“der „Initiative Sicherer Landkreis Rems-Murr e.V.“

Katrin Altpeter, MdL

Winnenden, 15. Oktober 2014

(Es gilt das gesprochene Wort)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, seit 1996 besteht die Initiative Sicherer Landkreis als der erste bürgerschaftlich engagierte, gemeinnützige Förderverein zur Kriminalprävention in Baden-Württemberg. Bis heute haben Sie alle gemeinsam ein großes Portfolio an wertvollen und sehr sinnvollen Projekten in und für den Landkreis aufgelegt. Diese Initiativen haben alle die gleiche Zielrichtung: Prävention, Aufklärung und den Auf- sowie Ausbau eines flächendeckenden Netzwerkes.

Ihre Aktivität ist aller Ehren wert und ich habe aus diesem Grund, nicht eine Sekunde gezögert, für diese Kick Off Veranstaltung „Kita 2020“, die Schirmherrschaft zu übernehmen. Ich möchte mit dieser Schirmherrschaft gleichermaßen die Anerkennung und den Respekt für Ihre tolle Arbeit für die Menschen im Rems-Murr-Kreis zum Ausdruck bringen. In Zeiten der Globalisierung ist eines beständig, und das ist der Wandel! Unser Werte- und Normenverständnis wird durch die unterschiedlichen Kultureinflüsse mit neuen Moraldiskussionen bereichert. Die ethischen Fragen der heutigen Zeit befassen sich immer mehr mit Individualisierungstendenzen innerhalb unserer Gesellschaft.

Unser alltägliches Miteinander ist geprägt von unterschiedlichsten Lebensmodellen, Familienkonstellationen und einem immer größer werdenden Beratungs- und Begleitungsbedarf in sämtlichen Erziehungsfragen. Wissenschaftliche Studien belegen mit empirischen Nachweisen deutlich, dass die ersten Lebensjahre für unsere Kinder zu den prägendsten Entwicklungsphasen gehören. Sie entscheiden maßgeblich, welche Persönlichkeit daraus erwachsen kann. Diese Erkenntnis ist beileibe nicht neu. Damit unsere Kinder diese frühen Lebensjahre so würdevoll wie möglich erfahren können, ist die Frage nach der Gewaltfreiheit eine der wichtigsten. Denn nur ein Mensch ohne Angst ist in der Lage, aus gemachten Erfahrungen zu lernen und Entwicklungsschritte zu vollziehen.

Das Präventionsprojekt „Kita 2020“ geht hierbei einen ganzheitlichen Ansatz, den ich ausdrücklich begrüßen möchte. Sinnvolle Prävention funktioniert immer dann am besten, wenn alle beteiligten Akteure aktiv in die Umsetzung eingebunden werden. Sie setzen dabei auf den Auf- und Ausbau der örtlich bestehenden Netzwerke mit der Maßgabe, dass zivilgesellschaftliche Sensibilität für Gewaltprävention erreicht werden soll. Die Herangehensweise, Eltern in Erziehungsfragen zu beraten, vorschulische Einrichtungen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen der unterschiedlichen Entwicklungsphasen zu unterstützen, ist ganz im Sinne der so wichtigen Nachhaltigkeit. Wir alle wissen, dass ein gutes soziales Miteinander von den individuellen Kompetenzen und Fähigkeiten der Menschen abhängt. Wie löse ich Konflikte ohne gewalttätig zu werden? Was heißt innere Stärke zu entwickeln?

Als Sozialministerin habe ich nicht umsonst das Jahr 2014 zum Jahr der Kinderrechte unseres Landes ausgerufen. Kinder brauchen Gesetze und eine Lobby, die sich für die Einhaltung und Umsetzung stark macht. Die Würde des Menschen ist unantastbar steht schon in unserem Grundgesetz verankert. Hinzu kommt das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Ich freue mich sehr, dass „Kita 2020“ genau diese Grundlagen als Ausgangspunkt gewählt hat und wünsche dem Projekt alles erdenklich Gute.

Zum Wohle unserer Kinder.
Vielen Dank.

Fachtag Kita 2020 am Freitag, 24.07.2015

Das erste Jahr Kita 2020 liegt nun hinter uns und es ist nun an der Zeit Bilanz zu ziehen. Alle bisher am Projekt beteiligten Kita’s waren von dem Projekt mehr als angetan und empfanden es als bereichernd. Das Engagement und die Motivation in den Kita’s waren außergewöhnlich. Überzeugt hat die Kita’s und auch die Fachberatungen, dass es ein offenes, individuelles an den Bedürfnissen der Kita’s ausgerichtetes Projekt ist. Die ausgewählten Projektbegleiterinnen fanden einen guten Draht zu den Kita-Leitungen. Mit Elternabenden wurden die Eltern auf das Projekt eingestimmt. Um die Nachhaltigkeit zu sichern, geht es in erster Linie darum das Erarbeitete in das Alltagsleben der Kita zu integrieren. Dieses Ziel, so bestätigten alle Teilnehmer wurde sehr gut erreicht.

Den Abschluss bildete der Fachtag am Fr., 24.07.2015 im Druckhaus Waiblingen. Trotz hoher Temperaturen gelang es den Saal mit rund 80 Personen gut zu füllen. Neben unserer Schirmherrin, Frau Sozialministerin Altpeter, waren Vertreter der Kommunen und des Kreises vor Ort und natürlich eine Vielzahl der am Projekt Beteiligten sowie Gäste aus unterschiedlichen Professionen. Die beteiligten Kita’s hatten entsprechende Infowände gestaltet, wo sie ihre Arbeit im Projekt darstellten. Der Fachtag begann mit der Begrüßung durch unser Präsidiumsmitglied Klaus Auer, es folgte ein Einführungsvortrag von Günther Gugel bevor dann unsere Schirmherrin ihr Grußwort an uns richtete. Es erfolgte eine Interviewrunde mit den am Projekt beteiligten Personen und Organisationen, die ihre Erfahrungen aus einem Jahr Kita 2020 den Zuhörern näher brachten. Das Ganze fand unter der Moderation von Amos Heuss statt, dem es gut gelang die Schwerpunkte des Projektes herauszuarbeiten und den Zuhörern anschaulich näher zu bringen.

In der anschließenden Pause beim Ständerling (Dank hierfür an unser Präsidiumsmitglied Herrn Hartmut Villinger) wurde eine Vielzahl an Fachgesprächen geführt, die gezeigt haben, dass unser Projekt die Teilnehmer bewegt.

Es erfolgte dann der spannende Vortrag von Herrn Lothar Krappmann, der über die „Kinderrechte als Basis der Gewaltprävention im Elementarbereich“ referierte. Alle Teilnehmer kamen überein, dass dieser Vortrag in seiner Art und Weise wie auch inhaltlich ein voller Erfolg war.

Den Schlusspunkt bildete Frau Prof. Dr. Vetter die einen Ausblick und Perspektiven des Projektes Kita 2020 für das Kita-Jahr 2015/2016 aufzeigte.

Am Schluss waren die Veranstalter aber auch die anwesenden Zuhörer nicht nur erleichtert sondern hatten einen abwechslungsreichen und spannenden Freitagnachmittag erlebt, der gespickt mit wertvollen Informationen war.

Die 6 Kita’s für das kommende Jahr stehen bereits fest. Es sind dies:

  • Arche Noah, Fellbach
  • Isolde, Fellbach
  • Christkönig, Backnang
  • Lange Gärten,  Kernen
  • Regenbogen, Kernen
  • Cottenweiler Weissach i.T.
Wir haben dann erstmals auch Kita’s der kirchlichen Träger mit dabei, was auch letztlich unser Ziel war.

Als Fazit bleibt festzuhalten: Unser Leuchtturmprojekt „Kita 2020“ hat richtig an Fahrt aufgenommen. Alle Beteiligten sind voll des Lobes und wir sind auch davon überzeugt, dass das Projekt nachhaltig in den beteiligten Kita’s verankert wird.

Ein ganz besonderer Dank gilt allen Mitwirkenden für ihre engagierte und motivierte Arbeit.

Mit dem Projekt „Kita 2020“ setzt die Initiative Sicherer Landkreis Rems-Murr ganz früh an (Waiblinger Kreiszeigung, 17.10.2014)
Achtung folgender Link stimmt schon auf der alten Webseite nicht! Waiblinger Kreiszeitung 27.07.2015
Wir veröffentlichen in unregelmäßigen Abständen Newsletter zum Projekt Kita 2020. Wenn Sie Interesse daran haben lassen Sie uns das einfach kurz über unser Kontaktformular wissen.
Nachfolgend finden Sie die bisherigen Newsletter zum Nachlesen oder Herunterladen:
Newsletter Nr. 1 / Januar 2015
Newsletter Nr. 2 / Dezember 2015

Ein paar Impressionen vom Fachtag 2015

 

 

 

Kita 2020